Verordnungshinweise für Ärzte

( Praxisbesonderheiten und Heilmittelbedarf )


- Vereinbarung über Praxisbesonderheiten für Ergotherapie

Die Vereinbarung über Praxisbesonderheiten für Heilmittel
nach § 84 Abs. 8 Satz 3 SGB V unter Berücksichtigung des langfristigen Heilmittelbedarfs gemäß § 32 Abs. 1a SGB V ist zum 01.01.2013 in Kraft getreten.

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und der GKV- Spitzenverband haben sich auf eine Liste von Diagnosen verständigt, die bundesweit als Praxisbesonderheiten gelten. Diese Diagnosen sind der jeweilige ICD 10-Code sowie der Indikationsschlüssel der Heilmittel- Richtlinie zugeordnet. Beides muss auf dem Verordnungsvordruck korrekt enthalten sein, dann wird bei Wirtschaftlichkeitsprüfungen die Verordnung als Praxisbesonderheit identifiziert. Die Kosten für diese Verordnungen werden dann nach
§ 106 SGB V nicht berücksichtigt und als extrabudgetär markiert.

Diese Vereinbarung gilt für alle Verordnungen in und außerhalb des Regelfalls, unabhängig von der Dauer der notwendigen therapeutischen Versorgung. Die Verordnung muss auch in anderen Bestandteilen der Heilm-RL entsprechen.

Ist die Diagnose nicht auf der Liste und der Patient benötigt langfristig Ergotherapie ? Dann kommt vielleicht eine langfristige Genehmigung in Betracht.

Haben Sie Fragen zum Richtigen Ausstellen der Heilmittelverordnung und zur bundesweiten Diagnoseliste, dann rufen Sie uns gerne an. Wir helfen Ihnen gern beim Ausfüllen der Heilmittelverordnung und stellen Ihnen die Diagnoseliste zur Verfügung.



- Längerfristiger Heilmittelbedarf

Zum 1.Juli ist eine neue Fassung der Heilmittel-Richtlinie des gemeinsamen Bundes-ausschusses in Kraft getreten. Die darin geschaffene Möglichkeit der langfristigen Genehmigung von Heilmitteltherapien soll die Versorgung für Patienten mit schweren Erkrankungen verbessern. Die Krankenkasse kann die medizinisch notwendigen Heilmittel auf Antrag für mindestens ein Jahr genehmigen.

Verordnungen im Rahmen eines langfristigen Heilmittelbedarfs sind nicht Gegenstand der Wirtschaftlichkeitsprüfungen nach § 106 SGB V, die Kosten fallen daher nicht in das Heilmittelbudget!

Der Gemeinsame Bundesausschuss hat eine Liste mit Diagnosen beschlossen, bei denen ein langfristiger Heilmittelbedarf besteht. Diese Liste ist jedoch nicht abschließend, so dass Patienten im Falle einer vergleichbar schwerwiegenden Erkrankung ebenfalls einen Antrag stellen können. Voraussetzung für eine langfristige Genehmigung ist immer die Ausstellung einer Verordnung außerhalb des Regelfalls. Diese muss den Anforderungen der Heilmittel-Richtlinie entsprechen. Der Antrag muss vom Patienten an die Krankenkasse gestellt werden.

Der Antrag soll folgende Angaben und Unterlagen enthalten:

  • Name, Anschrift, Versichertennummer des Patienten
  • bekannte Diagnosen, Pflegestufe oder Merkzeichen Schwerbehindertenausweises
  • Zeitraum, bei dem eine regelmäßige Heilmittelbehandlung in Anspruch genommen wird
  • aussagekräftige Belege wie z.B. ärztliche Gutachten, Krankenhausberichte,    Feststellungen der Pflegekasse
  • Heilmittelverordnung außerhalb des Regelfalles mit medizinischer Begründung sowie    ICD-10-Code und Indikationsschlüssel laut Heilmittel-Richtlinie.

Die Krankenkassen entscheiden über die Genehmigung einer langfristigen Heilmittel-behandlung innerhalb von vier Wochen; ansonsten gilt die Genehmigung nach Ablauf der Frist als erteilt.

Haben Sie Fragen zum Richtigen Ausstellen der Heilmittelverordnung und zur bundesweiten Diagnoseliste, dann rufen Sie uns gerne an. Wir helfen Ihnen gern beim Ausfüllen der Heilmittelverordnung und stellen Ihnen die Diagnoseliste zur Verfügung.

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